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4-gleisiger Ausbau der Main-Weser-Bahnstrecke

Infoveranstaltung

Am Donnerstag, 29. September, hatte die Stadt Friedberg zu einem Info-Abend in die Mehrzweckhalle in Bruchenbrücken eingeladen und etwa 150 interessierte Bürger kamen. Nach der Begrüßung und einleitenden Worten durch Herrn Bram (Leiter Stadtbauamt Friedberg) erläuterte Herr Diel (DB Netz AG) die geplante Maßnahme. Die Main-Weser-Bahnstrecke soll von Frankfurt West bis Friedberg 4-gleisig ausgebaut werden. Im 1. Bauabschnitt ist der Streckenabschnitt Frankfurt West bis Bad Vilbel geplant. Anschließend der 2. Bauabschnitt von Bad Vilbel bis Friedberg. Von den vier Gleisen sind zwei Gleise nur für die S-Bahn (S6) vorgesehen und die übrigen für den Fern- und Güterverkehr. Somit könnte mit der S6 in den Hauptverkehrszeiten im 15 Minuten Takt gefahren und die Pünktlichkeit verbessert werden. In einer vorausgegangen Veranstaltung wurden die auf der Fernstrecke fahrenden Züge gemäß der Prognose für 2015 mit 91 Zügen (52 Züge nachts + 39 tagsüber) angegeben. Nach der jetzt vorliegenden Prognose 2020-25 der Bundesverkehrswegeplanung ist mit 30 Zügen mehr zu rechnen. Auf die Frage einer besorgten Bürgerin auf die max. Belastbarkeit der geplanten Fernstrecke konnte von Herrn Diel keine Auskunft gegeben werden. Anschließend erläuterte Herr Fritz (IB Fritz) seine Aufgabenstellung bei dieser Baumaßnahme. Sein Ingenieurbüro sei für die Planung der Lärm- und Erschütterungsschutzmaßnahmen an der Strecke zuständig. Der geplante Ausbau wird als wesentliche Änderung eingestuft und ist somit wie ein Streckenneubau zu behandeln. Die Messungen haben ergeben, dass in unserem Dorf bei 77 Wohneinheiten (WE) tagsüber und 491 WE nachts die Immissionsrichtwerte überschritten würden. Als Gegenmaßnahmen soll ein überwachtes Gleis sowie aktive und passive Schutzmaßnahmen zur Anwendung kommen. Auf einer Streckenlänge von 1,8 km ist das "besonders überwachte Gleis" (BüG) mit geringeren Rollgeräuschen (Minderung 3 dB A) geplant. Zum aktiven Schallschutz sind Schallschutzwände zwischen der Fern- und S-Bahntrasse sowie zwischen den S-Bahngleisen und dem angrenzenden bebauten Gebiet vorgesehen. Die Lärmschutzwände werden auf einer Trassenlänge von 1120 m errichtet. Dabei soll die bereits vorhandene, südliche Schallschutzwand bestehen bleiben. Unter Berücksichtigung der vorgehenden Maßnahmen haben 68 WE Anspruch auf passiven Schallschutz unmittelbar an den Wohngebäuden. Laut Aussage von Herrn Fritz kommen auf die Eigentümer hierfür keine Kosten zu. Die Feststellung des erforderlichen passiven Schallschutzes erfolgt nach Fertigstellung der Maßnahme im Betrieb durch Schallmessungen. Herr Diel erläutert weiter, dass die in den frühen Morgenstunden nicht befahrenen S-Bahngleise nicht für den Fernverkehr genutzt werden, lediglich in einem Havariefall könnte es dazu kommen. Herr Brahm erklärt, dass Bedenken gegen diese Maßnahme schriftlich noch bis 10. Oktober 2011 bei der Stadt Friedberg oder beim RP Darmstadt eingereicht werden können. Die Pläne liegen zwar nicht mehr aus, könnten jedoch noch unter www.rp-darmstadt.de eingesehen werden. Der Bauleiter Herr Wolf (DB Projektbau) kündigte für den 2. Bauabschnitt eine Bauzeit von 4 Jahren an. Mit Nacht- und Wochenendarbeit müssen die Bewohner rechnen. Bei optimalem Verlauf des Verfahrens könnte frühestens 2014 mit den Arbeiten begonnen werden. Aufgrund dessen, dass der 1. Bauabschnitt beklagt wird, könnte sich der zur Zeit angesetzte Zeitrahmen nach hinten verschieben, oder gar bei einem Prozessgewinn der Kläger der Ausbau, nicht realisiert werden. Herr Brahm bedankte sich am Schluss bei allen Beteiligten für ihr Erscheinen und für die rege Beteiligung sowie den sachlichen Rahmen. Am 24. Oktober findet die nächste öffentliche Ortsbeiratssitzung statt. Auf der Tagesordnung wird der Bahnausbau stehen.

08.10.2011 E. Gröschl

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