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150 Jahre Gesangsverein Concordia Teil I

Der Concordia gingen zwei namenlose Geschwister voraus

Gesangverein-ConcordiaDer Concordia gingen zwei namenlose Geschwister voraus. Bereits 1850 hatte sich in Bruchenbrücken ein Gesangsverein unter der Leitung des Schulvikars Heinrich Krick gebildet, der sich aber mit dem Tode seines Direktors- so hießen damals die Vorsitzenden - am 07.03.1851 schon wieder auflöste. Am 07.12.1859 gründete der Lehrer Heinrich Maul einen neuen Verein. Dieser starb aber auch wieder im Säuglingsalter. Maul selbst schreibt dazu: "Er löste sich infolge bedauerlicher Vorfälle leider schon im Sommer 1860 wieder auf". Aber der Sinn für das Schöne und Gute war geblieben und in den Herzen der Mehrheit der Mitglieder herrschte Trauer über den Verfall des Gesangsvereins, sowie der Wunsch, einen neuen Verein mit freieren Gesetzen zu bilden. Hatte man  ja die Mängel des vorigen Vereins deutlich erkannt und dürfte durch deren Abstellung hoffen, dass ein neuer Verein desto kräftiger empor blühen könne. Lehrer Maul ließ nicht locker und schuf mit dem späteren Bürgermeister Johann Heinrich Wagner am 01.08.1863 den Gesangsverein, dessen 150. Geburtstag wir jetzt begehen. Er gab ihm den bezeichneten Namen CONCORDIA. Dies geschah anlässlich des Geburtstages von Lehrer Maul. Im Protokoll vom 18.01.1864 steht zu lesen: "Herr Direktor Maul hat also den Gesangsverein bei Gelegenheit seines Geburtstagsfestes Concordia getauft" -Concordia wurde bei den Römern als die Göttin der Eintracht und Einigkeit verehrt. "Möge der Verein seinen Namen stets in Ehren tragen". Der Verein hatte 46 Mitglieder, von denen nur 12 "Außerordentliche" waren. Heute ist es umgekehrt. Spätere Eintretende wurden nur mit Stimmenmehrheit aufgenommen. Waren sie bei Gründung des Vereins ortsabwesend gewesen, dann betrug die Aufnahmegebühr 36 Kreuzer, andernfalls mussten sie 5 Gulden = 13,50 Mark zahlen. Ausscheidende Mitglieder hatten auch 5 Gulden in die Vereinskasse zu zahlen. Am 26.09.1863 wurde ein Flügel für 93 Gulden gekauft. Die Einweihung des Flügels war am Tag danach. Am Schluss des Berichts von der Feier steht: "Nach dem die eigentliche  Feier geschlossen war, gab man sich noch einige Zeit erlaubtem Vergnügen hin". Die 1. Abendunterhaltung fand Weihnachten 1863 statt. Hierzu wurden am 21. Dezember    8 Beschlüsse gefasst. Der 1. lautet: "Jedes Vereinsmitglied hat das Recht eine Dame einzuführen, ebenso allenfallsigen Besuch". Ein Empfangs-Komitee wurde gebildet. Branntweintrinken und Tabakrauchen waren während der Abendunterhaltung verboten, die Deklamationen und Vorträge wurden verlost. Um das Drängen beim Tanzen zu verhindern, wurden die Mitglieder in 3 Abteilungen eingeteilt (je 4 Tänze) und um Mitternacht fand ein Festessen statt. Schon am 20.01.1864 wurde Direktor Maul beauftragt, sich um die Mitgliedschaft beim Wetterau- oder Niddabund zu bewerben. Da der erste Bund nicht antwortete, trat die Concordia dem Letzteren bei. Der Bund umfasste somit 14 Vereine. Nachahmenswert ist der Artikel 2 der Satzungen dieses Bundes. Er lautet: "Der Sängerbund feiert jährlich ein Sängerfest, woran sich sämtliche dem Bunde beigetretenen Gesangsvereine zu beteiligen haben". Am 28.12.1863 wurde ein Reservefonds zur Anschaffung einer Fahne gebildet. Um die Sache zu beschleunigen, spendeten die Mitglieder im Juli 1864 - 117 Gulden. Im Juni 1865 war die Fahne da. Sie kostete 233 Gulden. Eine Fahnenweihe fand nicht statt. Anlässlich dargebrachter Ständchen stifteten die Geehrten Beiträge zwischen 2 und 7 Gulden. Über Geschenke seitens des Vereins an die Mitglieder findet sich keine Notiz.

Quellen: Festschrift Gesangsverein Concordia, Unterlagen Gesangsverein Concordia

05.08.2013 E. Gröschl

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