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150 Jahre Gesangsverein Concordia Teil III

Am 23.08.1921 trat Lehrer Walter nach 25-jähriger Tätigkeit als Dirigent zurück. Sein Nachfolger am 05.09. desselben Jahres wurde Wilhelm Böckel aus Friedberg-Fauerbach. Am 12.08.1928 war das 65-jährige Jubiläum des Vereins in kleinem Rahmen. Es wurde mitgestaltet von der Kapelle Groth aus Schotten.

StempelBei der "Gleichschaltung" 1933 mussten die Statuten geändert werden. § 1 lautete: "Zweck des Vereins ist es die Pflege des Deutschen Liedes im Männergesang, sowie Förderung der Geselligkeit und wahren Volksgemeinschaft". - Als ob vorher etwas anderes geschehen wäre?! Im § 5 steht unter anderem: "Die Vereinsleitung baut sich auf dem Führertum auf. Der Führer bedarf der Bestätigung durch den Gauführer".

Interessant sind die damaligen Eintrittspreise bei Wintervergnügen. Ein Beispiel von 1930:
Nichtmitglieder - Eintritt - 0,60 Mark, Tanzgeld - 1,30 Mark,
Mitglieder Eintritt - 0,10 Mark, Tanzgeld - 0,80 Mark.

Ab 1934 wird der Vorstand um einen Musikausschuss erweitert.

Am 18. und 19.06.1938 fand das 75-jährige Gründungsfest im Saal und auf dem Hof der Wirtschaft "Zur goldenen Wetterau" statt. Am Kommersabend wirkten Turn- und Radfahrverein mit. Der Abend endete ohne Tanz mit der Polizeistunde. Fast alle eingeladenen Vereine erschienen am Sonntag zum Wertungssingen. Der damalige Schriftführer Heinrich Adler berichtet: Die Feier des 75. Geburtstages kann sich dem 50. Geburtstag würdig anreihen. Wir wollen hoffen, dass der Verein dereinst auch seinen 100. Geburtstag in Ehren begehen kann. Gott gebe allen Sängern weiterhin Gesundheit und Freude am Gesang, besonders unserem Ehrenpräsidenten August Bickert und unserem Tenoristen Heinrich Marloff, die die nächste Etappe vom 75. - 100. mit marschieren wollen. Nur Letzterer hat das Ziel erreicht.

In diese 25 Jahre fällt der 2. Weltkrieg. Das Singen wird so leidlich bis 1943 durchgeführt. Dann ruht es bis Anfang 1946. Einige Sänger kehrten nicht wieder heim.

Durch Vermittlung unseres Mitgliedes Bürgermeister Wilhelm Kniss konnte die kulturelle Tätigkeit im Rahmen des "Kultur- und Sportkartells" anfangs 1946 wieder aufgenommen werden. Jetzt wurde dem Männerchor auch der Gemischte Chor, der schon früher im Arbeitergesangverein Eintracht Eingang gefunden hatte, angefügt.

Dirigent ist wieder der seit 16.09.1938 im Verein wirkende Heinrich Dauth aus Windecken. Groß ist die Zahl der Sängerinnen und Sänger. Die Arbeit vollzieht sich meist im dörflichen Rahmen, da wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage an umfassendere Veranstaltungen nicht herangetreten werden kann.

An den Vorbereitungen und an der eigentlichen Glockenweihe am 03.06.1951 beteiligte sich auch unser Verein. Seit der Gründung des "Deutschen Allgemeinen Sängerbundes" war unser Verein Mitglied desselben. Am Bundesfest in Frankfurt / Main vom 15.-17.06.1951 nahm leider nur eine Abordnung teil. Seit 1950 kriselte es in diesem Bund. 1951 kam es in Kassel zur Gründung des "Hessischen Sängerbundes". Unsere 5 Delegierten waren mit der Weisung hingeschickt worden, "abwartende Haltung" einzunehmen.

Quellen: Festschrift Gesangsverein Concordia, Unterlagen Gesangsverein Concordia

18.08.2013 E. Gröschl

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