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Telefonzelle

Die Geschichte der öffentlichen Fernsprechstellen in Bruchenbrücken

In der Post, im Haus Römerstraße 16, war die erste öffentliche Fernsprechstelle von Bruchenbrücken. Jeder der damals noch kein Telefon hatte und das waren bis in die sechziger Jahre viele, ging zur Post, gab bei der Poststellenleiterin die auf einen Zettel geschriebene Rufnummer ab, das Gespräch wurde vermittelt und in die Kabine verbunden. Auf Zuruf ging man hinein, telefonierte und bezahlte anschließend am Schalter seine Gebühr.

Wie oft wurden die Poststellenleiterin samt Familie, nachts aus dem Bett geklingelt und es musste eilig der Arzt, die Hebamme oder der Krankenwagen gerufen werden.
Umgekehrt musste in dringenden Fällen eine telefonische Nachricht an einen Bürger überbracht werden.

Auch manche Gewohnheit der Kunden wurde als Service toleriert. So kam des Öfteren ein ortsansässiger Landwirt gegen 22 Uhr zum Telefonieren in die Poststelle.

TelefonzelleIn den sechziger Jahren wurde eine Telefonzelle in der heutigen Bruchenbrückener Straße, auf dem kleinen Platz, zwischen den Häusern der Familien Winter und Best aufgestellt. Damals noch rundum geschlossen, mit einer selbst schließenden Tür, in leuchtender gelber Farbe mit einem Münzfernsprecher. Jahre später kam eine Telefonzelle in die Heinrich Heine Straße und in den achtziger Jahren, wurde eine weitere am Bahnhof, in der Ilbenstädter Hohl, aufgestellt.
Kurz nach der letzten Jahrhundertwende wurde die Zelle in der Heinrich Heine Straße wieder abgebaut. Nach der Umstrukturierung der Deutschen Bundespost zur Telekom wurde die öffentliche Fernsprechstelle in der Bruchenbrückener Straße gegen eine moderne, offene, grau - magenta farbige Telefonstation ausgetauscht. Diese verschwand endgültig im Jahre 2015.

Die letzte öffentliche Telefonzelle stand am Bahnhof. Im Zeitalter der Handys war sie überflüssig. In ihr wurde letztendlich nicht mehr telefoniert, sondern nur noch Vandalismus betrieben. Am 23. März dieses Jahres wurde sie demontiert und abgefahren. Somit sind die öffentlichen Fernsprechstellen in unserem Ort Geschichte.

22.05.2017 E.Gröschl, Foto M.Schuld

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