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2. Bärenschweizer-Biber-Safari 2017/18

"Hier (an der Wetter) macht eh jeder was er will!"

Biber 2017

Bereits Anfang des Jahres berichteten wir über Bissspuren eines oder möglicherweise mehrerer Biber auf den Grundstücken an der L3351 (Römerstraße, Ortsausgang Bruchenbrücken).

AbsperrpandAm Freitag, 29.12.2017 starteten wir, Juhu mein Spurenleser und ich, zu unserer zweiten Biber-Safari an die Wetter.

Start- und Zielpunkt unserer Expedition war die Mühle am Steg, von der wir uns zunächst flussabwärts bis zur Fischereigrenze Assenheim vorarbeiteten.

Nur wenige Schritte unterwegs entdeckten wir bereits die ersten Bissspuren eines Bibers. Ein Baum war durch Absperrband markiert, warum war uns nicht ersichtlich.

Weiter ging es über das Gelände der "Alten Turnhalle", am Ufer der Wetter entlang, in Richtung Fischereigrenze Assenheim.

Etwa in Höhe, zwischen Hainauer-Sackweg und dem Teichgelände des Fischereivereins hatte mindestens ein Biber ganze Arbeit geleistet. Fraßspuren, gefällte Bäume, abgeschälte Rinde und Späne soweit die Augen reichten.

Nicht auszudenken was passieren würde wenn ich ohne Baumfällgenehmigung an der Wetter Bäume umholzen würde?

Ok, unsere bei Berufsfischern und Anglern beliebten Kormorane und Fischreiher halten sich auch nicht an Schonzeiten und Mindestmaße für Fische.

"Hier (an der Wetter) macht eh jeder was er will!"

Biber 2018Wir gehen noch bis zur Fischereigrenze Assenheim, machen ein paar Fotos für’s Biber-Album. Dann geht’s flussaufwärts Richtung Görbelheimer Mühle.

Der Schlamm zerrt an den Schuhen, ich habe die Bibersafari schon in Bärenschweizer-Wattwanderung umbenannt, so aufgeweicht ist heute das Gelände.

Wir erreichen das Wehr, an der Mühle am Steg.

Starker Frost hatte im Winter 2009 dem Betonbauwerk zugesetzt, die Platten haben Risse, sind zum größten Teil schon zerborsten. Seinerzeit wurde vom Wasserverband Nidda ein Gutachten in Auftrag gegeben. Demnach gab es drei Varianten, wie damit umgegangen werden soll: reparieren, schleifen oder abreißen und neu bauen, war damals in der WZ zu lesen.

Heute, knapp 10 Jahre später ist für mich nicht zu erkennen für welche Variante sich entschieden wurde, -vermutlich für die Günstigste;-)

Wehr

"Hier (an der Wetter) macht eh jeder was er will!"

In der Juhu-Biber-Safari-Lodge, unserem Basislager, haben wir ein letztes Mal Gelegenheit unsere Marschverpflegung zu ergänzen bevor uns der Weg weiter flussaufwärts führt.

Im Uferbereich zwischen Mühle am Steg und Panzerbrücke wurden teilweise Drahtmanschetten zum Schutz vor Bieberschäden um Bäume gewickelt.

Meiner Meinung nach eine sinnlose Aktion, da die zum größten Teil schon stark angenagten Bäume sowieso gefällt werden müssen, oder beim nächsten Sturm fallen werden. Was mit den noch nicht angenagten Bäumen geschieht, wird sich zeigen.

Zwischen Panzerbrücke und Görbelheimer Mühle ist der Wohnbau eines auf den ersten Blick wasserscheuen Biber zu sehen.

Biberbau…der Eingang zum Wohnkessel ist immer unter dem Wasserspiegel, der Wohnkessel selbst liegt über Wasser…, ist bei Wikipedia zu lesen.

So nicht beim Bärenschweizer Biber, der komplette Bau samt Eingang liegt etwa 50 cm oberhalb des Wasserspiegel, dass Wasser wird vom Biber aktuell über eine sogenannte Bibergleite erreicht.

Dafür muss es doch einen Grund geben, spielt möglicherweise der Wasserstand eine Rolle?

Die Wassermessstation des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) liegt zufällig in unmittelbarer Nähe und sollte geeignete Messwerte liefern.

Aktuell wird an der Messstation ein Wasserstand von 125cm gemessen. Sollte mein Verdacht stimmen, müssten die Station in der Vergangenheit einen Wasserstand von mindestens 175cm gemessen haben.

Ein Blick in die Statistik des HLNUG bestätigt meinen Verdacht. In den Monaten September und Dezember 2017 wurden Pegel um 175cm gemessen.

Demzufolge wurde der Biberbau im vergangenen September spätestens Mitte Dezember errichtet, zu diesem Zeitpunkt konnte der Biber noch nicht wissen dass er eines Tages im trockenen sitzen würde, so meine Version 1.0.

Im Bereich der Wetter "Wo sich Straßbach, Usa und Wetter küssen", sind in diesem Jahr überwiegend ältere Bissspuren zu sehen. Offenbar hat sich der Biber aus diesem Gebiet, zumindest vorübergehend, zurückgezogen.

Wir beschließen die Safari zu beenden, da wir noch vor Einbruch der Dunkelheit unser Basislager erreichen wollen.

Juhu schlägt vor die landschaftlich schönere und ganz klar kürzere Strecke, entlang der Bahnlinie zu nehmen.

Ob es sich hierbei um eine Abkürzung mit Umwegen handelte sei einmal dahin gestellt, -der Schlamm wurde auf alle Fälle noch tiefer, steiniger und schwerer.

Ok, mir blieb genügend Zeit die Biber-Safari noch einmal Revue passieren zu lassen.

In Bayern werden überzählige Biber getötet und anschließend als Rahmgulasch mit Knödel und Soße verspeist. Das Fleisch soll dem Geschmack von Wildfleisch nahe kommen, habe ich schon einmal irgendwo gehört, gesehen oder gelesen.

Meine spontane Rezeptidee: Bärenschweizer Biber-Burger mit Camembert, Bacon und Spiegelei überbacken, -mir knurrt der Magen.

Wir passieren den „Alpakahof Pegasus“. Aber...kein Alpaka im Hof!?

Ist Alpaka eigentlich essbar? Wenn ja, wird es bestimmt dem Geschmack von Wildfleisch nahe kommen, -ich hätte da eine Rezeptidee;-)

Der Schlamm hat sich mittlerweile von den Schuhen gelöst, die Basisstation ist in Sichtweite, durchhalten, es sind nur noch wenige Meter bis zum Ziel.

Ich prüfe ein letztes Mal unsere To-do-Liste, es fehlt der Haken vor „Biber-Foto!“.

Leider ist es uns auch in diesem Jahr nicht gelungen einen Biber vor die Linse zu bekommen. Schade!

Aber ich bin mir ziemlich sicher, wir waren ganz dicht dran.

04.01.2018 Euer Safari Team Juhu & WC

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Fotos: W.Christahl

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