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Wie alles in Bruchenbrücken begann

Nach einer Recherche von Erhard Gröschl

Stich der Wetterau von Matthäus Merian Quelle: WikipediaWie alles in Bruchenbrücken begann. Es gilt als nachgewiesen, dass hier an der Wetter, auf dem fruchtbaren Lößboden, ca. 5300 Jahre vor Chr. in der ältesten Bandkeramik, (Kultur der ersten Bauern in Deutschland) Menschen dauerhaft gelebt haben. Sie lebten mit ca. 8-10 Personen in Hütten aus einer Holz-Lehmkonstruktion. Diese Hütten hatten eine Länge von etwa 40m und eine Höhe bis zu 8m. Insgesamt soll diese jungzeitliche Siedlung ca. 175 Jahre existiert haben. Dies alles haben die durchgeführten Ausgrabungen im Bereich „Heidenstock“ ergeben. Dieses Gebiet ist der älteste Fundplatz der Bandkeramik in Hessen. Ca. 83-85 nach Chr. wurde die Wetter Aue, als fruchtbarer Landstrich, ins römische Reich eingegliedert. Bekannt aus dieser Zeit ist die römische Straße, die vom Kastell  Okarben, durch die Gemarkung Bruchenbrücken, zum Kastell Ober-Florstadt führte. Die Straße überquerte die Wetter zwischen Assenheim und Bruchenbrücken. Wie von Pfarrer Knab (1896) berichtet wird, soll die Brücke an der Bruchenbrückener Gemarkungsgrenze kurz vor der Wetter-Mündung in die Nidda gewesen sein- in etwa dort wo heute die Brücke an der ehemaligen Hainau Mühle ist. Ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. kamen die Franken, aus der Region Belgiens, in unsere Gegend. Es entstanden fränkische Siedlungen mit den typischen auf „heim“ endenden Ortsnamen, wie Assenheim, Ossenheim, Bauernheim, Görbelheim, Strassheim usw. Dagegen hat Bruchenbrücken nicht diese fränkische Ortsnamensendung. Vermutlich wurde unsere dörfliche Siedlung erst später als die meisten ihrer Nachbarorte gegründet. Eine annähernde Gründungszeit ist nicht bekannt. Bruchenbrücken wurde 1150 erstmals in einer Urkunde des Klosters Fulda als “ Bruchenbrucga“ erwähnt. Die Gründung ging wahrscheinlich auf die Grafen von Nürings (Norings) zurück. In dieser Zeit wurde der Landausbau vorangetrieben. Das heißt Rodung der großen Lindenwälder und Schaffung von Ackerland. Bis zum Ende ihrer Regentschaft 1171 waren die Grafen von Nürings die weltlichen Herren in dieser Gegend. Möglicherweise haben bereits damals die Grafen von Nürings im benachbarten Assenheim mit dem Aufbau eines kleinen Herrschaftsstützpunktes in Form einer Turmburg begonnen. Der letzte der Grafen war Buchard von Nürings. Er war Abt im Kloster Fulda in der Zeit von 1168 bis 1176. Er verstarb 1196. Übrigens die Nürings stammen aus dem Ort Nüring. Bis zum 17. Jahrhundert hatte dieser Ortsnamen bestand. Seit her heißt dieser Ort Falkenstein. Heute ein Ortsteil von Königsstein. Deren einstige Burg stand auf dem Noringsberg, dort wo heute noch die Burg Falkenstein steht. Nach dem Abdanken der Nürings wurden die Güter neu geordnet und unsere Region ging an die Dienstherren der von Hagen-Arnsburg-Münzenberg (Minzinberch) über. Sie bauten im späten 12. Jahrhundert Assenheim als Mittelpunkt ihrer Kleinherrschaft aus. Bruchenbrücken gehörte somit zum weltlichen Herrschaftsbereich Assenheim.Burg Münzenberg in einem Kupferstich von Matthäus Merian Quelle: Wikipedia Der Münzenberger Landesherr Ulrich II stirbt unerwartet am 11. August 1255 und damit erlischt die Münzenberger Herrschaft. Die Erben waren seine Schwestern Adelheid und Isengard. Isengard war mit dem Grafen Philipp I. von Falkenstein verheiratet. Er brachte durch Kauf und Tausch den größten Teil (5/6) des Besitzes aus der Münzenberger Erbschaft an sich, ausgenommen den Anteil Hanau. So fiel unser Dorf von 1286 bis 1418 an die Grafen von Falkenstein. Nach dem Tod von Philipp VII von Falkenstein ca. 1410 gehen die falkensteinischen Besitzungen an Werner von Falkenstein (Erzbischof von Trier) über. Mit dem Tod des Trierer Erzbischofs am 4. Okt. 1418, fallen 2/3 des Besitzes an Werners Nichten Anna und Elisabeth. Anna war die Gemahlin von Gerhard I. von Sayn und Elisabeth Gemahlin von Diether I. von Ysenburg – Büdingen. Somit kam unser Ort von 1433 bis 1815 unter die Herrschaft der Grafen von Ysenburg – Büdingen. Die herrschaftlichen Interessen wurden von einem in Assenheim tätigen Amtmann wahrgenommen . Nach der Auflösung der Grafschaft Ysenburg 1806 kam unser Ort und 5/12 von Assenheim am 8. Juni 1815 zum Großherzogtum Hessen. 1918 wurde das Großherzogtum Hessen Darmstadt aufgelöst. Vor der Eingemeindung nach Friedberg wurden am 15. Oktober 1971 die Grenzänderungsverträge zwischen Friedberg , Ober-Wöllstadt, Ossenheim und Bruchenbrücken unterschrieben. Am 1. Januar 1972 wurde unser Ort im Zuge der Gebietsreform in die Kreisstadt Friedberg eingegliedert.

Die Fotos Stich der Wetterau und Burg Münzenberg sind ein Scan eines historischen Buches Quelle: Wikipedia, Fotograf/Autor: Merian, Matthäus: Lizenz: public domain

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