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Naturdenkmäler und Gedenkbäume in Bruchenbrücken

Die zwei Naturdenkmäler in der Gemarkung Bruchenbrücken

Linde an der Görbelheimer Mühle

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Offiziell befinden sich zwei von zweiundzwanzig Naturdenkmälern der Stadt Friedberg in der Gemarkung Bruchenbrücken. Insgesamt wurden 186 Naturdenkmäler im Wetteraukreis erfasst.
Wer auf der Landstraße L3351 von Bruchenbrücken nach Friedberg unterwegs ist, kann das erste Naturdenkmal der Gemarkung kaum übersehen. Unweit der Görbelheimer Mühle sehen Sie linker Hand die auf einer kleinen Anhöhe stehende ehemalige Dorflinde, die einst Mittelpunkt des Ortes Görbelheim war. Görbelheim wurde nach dem Bauernkrieg um 1525 aufgegeben. Das Alter der Dorflinde wird von Forstbiologen auf etwa 500 Jahre geschätzt. Im Bundesgebiet existieren nur noch 40 Bäume im gleichen Alter. 2009 wurden zwei zentnerschwere Äste der Linde, mit auf Betonfundamenten ruhenden Stahlträgern, gesichert. Zum Abschluss der Sanierungsmaßnahme wurde bei einer kleinen Feierstunde ein Basaltfindling gesetzt und mit einer Informationstafel versehen.

Da die Inschrift der Informationstafel auf den folgenden Fotos schlecht zu erkennen ist, zitiere ich hier auszugsweise aus dem Inhalt der Informationstafel.

ND Linde an der Görbelheimer Mühle

Stammumfang 10,15 m
geschätztes Alter 400-600 Jahre

Diese Sommerlinde (Tilia platyphyllos) ist möglicherweise ein Zeuge des früheren Dorfes "Görbelheim". Nach den Bauernkriegen 1524/1525 wurde das Dorf aufgegeben.
Die Linde steht immer noch. Ihr Stamm, inzwischen deutlich in drei Stammteile getrennt, besitzt heute einen Umfang von 10,15 m ein Meter über Boden. Nimmt man für die 5 Armspannen je 1,70 m Reichweite an, so hat sich der Stammumfang durch Wachstum und Auseinanderneigen der Stammteile binnen eines Jahrhunderts von 8,50 m auf 10,15 m verändert. Nicht nur dieses gemächliche Wachstum, sondern das gesamte Erscheinungsbild deutet auf ein sehr hohes Alter hin. Die Görbelheimer Linde ist eine von 5 Linden in Hessen, die mehr als 10 m Stammumfang erreichen. Sie stellt damit nicht nur eine Besonderheit der Wetterau dar, sondern darf als landesweit herausragend gelten.

Platane im Pfarrgarten

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Das zweite Naturdenkmal, mit der offiziellen Naturdenkmalsnr. 440.187, war bis 2012 im Pfarrgarten der Erasmus-Alberus-Kirche zu bewundern. Auch diese Platane soll ein Alter von etwa 400-500 Jahren gehabt haben.

Ein Blitz war in die Platane eingeschlagen und hatte die Rinde bis hinunter zum Stamm zerstört. Zunächst wurde die Platane ausgedünnt, musste aber nach einem Gutachten der Naturschutzbehörde wegen Einsturzgefahr bei Sturm im November 2012 gefällt werden.

Die Gedenkbäume in Bruchenbrücken

Friedenseiche an der Wetter

Stammumfang 3,10 m
Alter 197 Jahre

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Auf dem Worr, so nannte man das Gebiet östlich der Wetter, zwischen der Mühle am Steg und der "Turnhallenbrücke" gelegen, wurde 1813 eine Eiche zum Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig gepflanzt.

Über eine halbe Million Soldaten aus fast ganz Europa standen sich im Oktober 1813 auf den Schlachtfeldern um Leipzig gegenüber. In der Schlacht wurden von etwa 520.000 beteiligten Soldaten 115.000 Mann getötet oder verletzt – darunter auf beiden Seiten zahlreiche Deutsche.

Bildquelle: "Schlachtfeld bei Leipzig" Wikipedia

Friedenslinde an der Wetter

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Ebenfalls auf dem Worr, östlich der Wetter, zwischen der Mühle am Steg und der "Turnhallenbrücke" gelegen, wurde 1871 eine Linde anlässlich dem Sieg Preußens im Deutsch-Französischen Krieg gepflanzt. Sie sollte ein Symbol des nun erreichten Friedens darstellen Vermutlich wurde diese Linde in den folgenden Kriegen gefällt und zu Brennholz verarbeitet.

Am 10. Mai 1871 wurde der "Friede von Frankfurt" zwischen der Französischen Republik und dem Deutschen Reich im Frankfurter Hotel Zum Schwan geschlossen.

Bildquellen: "Friedensverhandlungen" Holzschnitt aus der Leipziger Illustrierten Zeitung vom 3. Juni 1871, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt a.M.; "Hotel Schwan" Fotograf: Friedrich Lauffer, Stadtarchiv Frankfurt

Die Jahneiche

Stammumfang 2,50 m
Alter 58 Jahre

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Die "Jahneiche", gegenüber der ehemaligen Turnhalle, wurde anlässlich des 100. Todestages von Friedrich Ludwig Jahn im Jahr 1952 gepflanzt.
Bis in die achtziger Jahre wurden hier unter der Eiche zum Tag der Arbeit Maikundgebungen abgehalten.

Friedrich Ludwig Jahn
„Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (* 11. August 1778 in Lanz; † 15. Oktober 1852 in Freyburg (Unstrut)) war der Initiator der deutschen Turnbewegung, die von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war. Sie war entstanden u. a. mit der Zielsetzung, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preußens vor dem Untergang vorzubereiten. Den ersten Turnplatz schuf er 1811 auf der Berliner Hasenheide. Sein politisch widersprüchliches Verhalten im Laufe seines Lebens (übersteigerter Nationalismus) bot Spielraum dafür, dass die späteren unterschiedlichen politischen Systeme in Deutschland sein Gedankengut in unterschiedlicher Weise bewerteten. Das Turnen (Geräte, Übungen) entwickelte sich weiter zur heutigen Sportart Geräteturnen.

Quelle: Wikipedia

Konfirmandenbäume

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Die Konfirmation ist für viele Jugendliche ein wichtiger Schritt auf dem Weg des Erwachsenwerdens. Alljährlich wird von den Konfirmanden, ein sogenannter "Konfirmandenbaum" zur Erinnerung an diesen Ehrentag gepflanzt. Einen großen Teil dieser Bäume findet man auf dem Teichgelände des Fischereivereines.

 

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von: E.Gröschl, K.Hoffmann und E.Wenzel

Stand: 09.01.2010

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